Zwischen Berlin und der Zecke lagen ca. 4000 Kilometer. Die galt es zu überwinden. Uns konnte damals nichts abschrecken. Wir trafen uns gegen zwei Uhr in der Früh im Flughafen Berlin-Schönefeld am Zoll zur Abfertigung. Gegen 4:10 Uhr hob die Tu 154 (sowjetische Tupolew) ab in Richtung Moskau. Die Flugzeit betrug zwei Stunden. Die Zeitzone verschob sich derweil um zwei Stunden, sodass wir gegen acht Uhr Moskauer Zeit in "Scheremetjewo II" landeten. Von dort brauchte der Bus eine Stunde bis zum Kasaner Bahnhof. Die Zugplätze waren namentlich belegt. Ich hatte niemals ein Problem beim Einchecken - die "Deschornajas" (sie waren für alles verantwortlich - vom Einchecken der Fahrgäste über die Versorgung mit Tee und Suppe bis zur Disziplinierung) hatten den vollen Überblick :-)

Gegen 10 Uhr begann die 36stündige Reise durch die Sowjetunion. In Gorki (hier war A. Solchenizyn wohl im Hausarrest, der hatte das Buch "Archipel Gulag" geschrieben.) gab es längere Aufenthalte, denn die elektrische Lok wurde von einer Diesellok abgelöst (oder die Diesellok von einer Dampflok - da bin ich mir nicht sicher). Der Zielbahnhof war Tschisowoi. Von da ging es mit dem Bus nach Beresowka. Das dauerte zwei Stunden. Die "Becherowkas" waren angekommen. Zur Zecke mussten wir nun in den nächsten Bus umsteigen und nochmal zwei Stunden aushalten.

Dieses Bild zeigt die heutige Umgebung zwischen Beresowka und dem Zeckencamp via Satellit. Die "Straße" zur Zecke und zum Verdichter scheint etwas begradigt zu sein. Wir hatten aber damals auch schon eine Menge Abraum vom Verdichterfeld in die riesigen Kuhlen entlang der Straße gekippt.
berjo_zecke_anfahrt

Manche Bilder sind gut - manche nicht so gut. Manchmal ist die Kamera in den Schlamm gefallen, manchmal ist der Film vor Kälte gerissen, die Landschaftsbilder sind meistens während der Fahrt aufgenommen - aber eigentlich waren wir Trassenerbauer ja auch zum Arbeiten dort. Das war hart genug und hat uns alles abverlangt. Dennoch sind ein paar Schnappschüsse zustande gekommen. Die können nicht die wirkliche „Schlacht“ darstellen, denn wenn es richtig hart wurde kam nicht mal ein Gedanke ans Fotografieren auf, da ging es dann um Rettung der Technik oder ums nackte Überleben.

Folgt einfach meiner Einladung zu virtuellen Fahrten mit dem LKW durch das Permer Gebiet im Ural. Ich bin Trassnik Franky (der die Fahne der "Schwarzen" schwenkt) und war von Anfang 1985 bis Anfang 1987 als LKW-Fahrer für BMK (Bau- und Montagekombinat) Halle unterwegs.

Ein dickes Danke auch an den Trassnik Peter (genannt "Zwilling" von der MAWI), der nun auch zahlreiche Bilder aus der Zecke, Beresowka, Kungur und von Unterwegs zur Verfügung gestellt hat.

Im Menü links findet ihr die Bilder. Dort gibt es auch eine Karte von den drei Bauabschnitten der Trasse. In der Karte gibt es ein etwas verwirrendes Detail: Im "Bauabschnitt Ural" ist ein Verdichter mit dem Namen "Berjosowka" markiert. Diese falsche Bezeichnung kann ich mir nur mit einem Druckfehler der Kartenmacher erklären. Der Ort in der Nähe dieses Verdichters nennt sich "Beresowka". Der Ort mit dem Namen "Berjosowka" liegt im "Bauabschnitt Perwomaiski" zwischen dem Verdichter Perwomaiski (Perwo) und dem Verdichter Jefremow (Jef).
In dieser Karte hier ist der Ort Beresowka nicht eingetragen. In der mir vorliegenden original russischen Karte vom Permer Oblast ist er eingetragen.

Mit einem Klick auf den jeweilig rot markierten Bereich in der Karte erhaltet ihr eine Detailkarte. Die Karten öffnen sich in einem neuen Fenster (Reiter, Tab). Ein technischer Tipp: Drückt einmal die Taste "F11" bevor ihr euch die Bilder anseht. Wenn ihr fertig seid, drückt dieselbe Taste wieder. Ihr könnt die Bilder per Mausklick weiter blättern, oder euch per Diaschau anzeigen lassen. Wenn ihr die Diaschau anhaltet, dann bleibt das Bild, solange ihr wollt, einfach stehen. Viel Spaß...


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